Praxishandbuch Bikefitting



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Praxishandbuch Bikefitting

Zur perfekten Sitzposition auf dem Rennrad, Zeitfahrrad und Triathlonrad Autor: Kay Dobat Taschenbuch: 168 Seiten Verlag: spomedis; Auflage: 1 (15. November 2016) Sprache: Deutsch Preis: 17,95€ + 2€ Versand Auslieferung: ab Mitte November ISBN-10: 3955901122 ISBN-13: 978-3955901127

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29.11.2016

Cleateinstellung und frontaler Knielauf

Im „Praxishandbuch Bikefitting“ sind wir in der ersten Auflage nur wenig auf das Thema Cleateinstellung eingegangen. Da ich von vielen Personen auf das Thema angesprochen werde, möchte ich hier ein wenig Unterstützung leisten.

Vorab ein paar allgemeine Informationen. Im Detail auf Themen wie die Cleateinstellung einzugehen, ist in einem Buch nicht ganz einfach, da bei diesem Thema viele Dinge zusammenspielen. Der Knielauf in der Frontalansicht (seitliche Kniebewegung), die Schuhe, die Schuheinlagen, sowie die natürliche Fußstellung spielen da beispielsweise mit hinein. Ohne geeignete Hilfsmittel und eine gewisse Erfahrung ist es recht schwierig eine einwandfreie Cleateinstellung festzulegen. Dennoch werde ich versuchen Euch einen Weg zur Einstellung an die Hand zu geben. –Bitte bedenkt, dass sich die folgenden Einstellungen gegenseitig beeinflussen können. Zudem ist es wichtig, dass Ihr nach der Einstellung die Cleats wieder mit dem vom Hersteller angegebenem Drehmoment am Schuh befestigt.

Großzehengelenk über Pedalachse (Cleats vor-zurück)
Das Großzehengelenk ist im Normalfall die breiteste Stelle an der Fußinnenseite. Das Kleinzehengelenk ist die breiteste Stelle an der Fußaussenseite (Bild 1). Wenn Ihr Eure Radschuhe angezogen habt, markiert auf dem Schuh die breiteste Stelle –Euer Großzehengelenk- und die schmalste Stelle –Euer Kleinzehengelenk- (Bild 2 und 3). Die horizontale Linie vom Großzehengelenk, sowie die Verbindungslinie vom Großzehen- und Kleinzehengelenk sind der Korridor für die Cleateinstellung "vor-zurück". Die rote Linie aus Bild 1 zeigt den Bereich, in dem die Pedalachse unter dem Fuß bzw. unter dem Schuh platziert werden sollte. Als Basis kann man die horizontale Linie vom Großzehengelenk minus 0,5cm als Einstellung nutzen. Klickt Eure Schuhe in eine entsprechende Schablone (Beispiel Ergon) ein und schaut, ob das Großzehengelenk (minus 0,5cm) über der auf der Schablone eingezeichneten Pedalachse liegt (Bild 4). Alternativ könnt Ihr Eure Schuhe auch in die Pedale einklicken und dort nachsehen, ob die Markierung über der Pedalachse liegt. Wenn die Markierung nicht über der Achse liegt, stellt die Cleats passend ein.


Frontaler Knielauf (Einlagen und Keile)
Durch spezielle Einlagen oder Keile zwischen den Pedalplatten und den Schuhen kann die frontale Kniebewegung beeinflusst werden (Bild 5). Grundsätzlich ist es ideal, wenn die Kniespitze (Frontalansicht) gleichmäßig lotrecht zur Schuhspitze verläuft (Bild 6). Das lässt sich beispielsweise mit einem Kreuzlinienlaser gut vermessen. Wenn die Knie in der Frontalansicht während der Tretbewegung deutlich nach innen (Richtung Oberrohr) oder nach außen wandern, ist das unvorteilhaft, weil Kräfte in die falsche Richtung wirken. Die Einstellung über Einlagen und Keile ist ein sehr sensibles Thema, und sollte lediglich von erfahrenen Bikefittern durchgeführt werden. Hier rate ich den Radsportlern vom Experimentieren ab.

Q-Faktor (Cleats links-rechts)
Die beste Kraftübertragung ist meist gegeben, wenn die Schuhe dicht an den Kurbelarmen laufen. Bei der seitlichen Einstellung der Cleats sollte aber darauf geachtet werden, dass die Schuhe (bzw. auch die Überschuhe) nicht an den Kurbelarmen schleifen.

Fußwinkel (Rotation der Cleats)
Eine parallele Ausrichtung der Schuhe ist eine gute Basis. Wird die seitliche Rotation der Füße während der Tretbewegung eingeschränkt, sollten die Cleats rotatorisch so eingestellt werden, dass es für den Fuß nicht zu Zwangsstellungen kommt. Wer die Tretbewegung in der unteren Pedalstellung einfriert, kann versuchen die Füße in dieser Lage seitlich nach innen bzw. nach außen zu rotieren. Ist der Fuß direkt nach dem Einfrieren der Bewegung bereits in einer Zwangsstellung (beispielsweise möchte der Fuß weiter nach innen drehen als es die aktuelle Cleateinstellung zulässt), sollten die Cleats entsprechend eingestellt werden. Die Justage sollte im Normalfall nur maximal ein paar Winkelgrade betragen. Eine entsprechende Schablone erleichtert die Einstellung.



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